Wo Niedrigwasser zum Risiko wird: Thüringen weist besonders betroffene Gewässerabschnitte aus
Der Klimawandel führt auch in Thüringen zu steigenden Temperaturen, einer Verschiebung der Niederschläge im Jahresverlauf sowie häufigeren und intensiveren Trockenperioden – mit Folgen für unsere Gewässer. Dies zeigt sich immer häufiger an Niedrigwasser, höheren Wassertemperaturen und teilweise trockenfallenden Gewässerabschnitten.
Um besonders gefährdete Gewässer und Gewässerlebensgemeinschaften gezielt zu schützen, wurden in Thüringen erstmals Gewässerabschnitte mit erhöhtem Risiko für die Gewässerlebensgemeinschaft durch Niedrigwasser ausgewiesen – die sogenannten Niedrigwasserrisikogewässerabschnitte (NWRGA). Die Grundlage ist eine bundesweit einheitliche Methodik der Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Wasser (LAWA). Dabei wird für einzelne Gewässerabschnitte anhand verschiedener Faktoren bewertet, wie hoch das ökologische Risiko bei Niedrigwasser ist. Berücksichtigt werden insbesondere die Entwicklung von Abfluss und Wassertemperatur sowie der Anteil von gereinigtem Abwasser am Gewässerabfluss. In Thüringen werden zusätzlich Versinkungsstrecken berücksichtigt, an denen das Wasser der Flüsse und Bäche aufgrund natürlicher Gegebenheiten ganz oder teilweise im Untergrund verschwindet. Diese weisen aufgrund dessen ein natürliches Niedrigwasserrisiko auf.
Die als NWRGA ausgewiesenen Gewässerabschnitte bilden künftig eine wichtige Grundlage für die Planung von Maßnahmen. Hierzu gehören u.a.
- die Beschattung, um die Gewässer vor zusätzlicher Erwärmung durch Sonneneinstrahlung zu schützen,
- der Erhalt und die Förderung von natürlichen Rückzugsräumen (bspw. tiefere Bereiche mit Frischwasserzulauf),
- die Berücksichtigung des Niedrigwasserrisikos bei der Durchführung von Gewässerunterhaltungsarbeiten im und entlang des Gewässers,
- die Beurteilung der Gewässer,
- die Aufstellung von Aktionsplänen für Niedrigwasserphasen.
Das Ziel ist es, durch gezielte Maßnahmen bzw. eine geeignete Bewirtschaftung der Gewässer die Widerstandsfähigkeit der Gewässer und ihrer Lebensgemeinschaften gegenüber den zunehmenden Belastungen durch den Klimawandel zu erhöhen, insbesondere gegenüber Niedrigwasser und Hitze.
Originalbeitrag: https://aktion-fluss.de/neuigkeiten/wo-niedrigwasser-zum-risiko-wird-thueringen-weist-besonders-betroffene-gewaesserabschnitte-aus/
