Vorstellung der Planung zum Hochwasserschutz Dreitzsch im Rahmen einer Bürgerversammlung

Bürgerversammlung in Dreitzsch: Planung zum Hochwasserschutz vorgestellt

Dreitzsch, 16. April 2026

Rund 60 interessierte Bürgerinnen und Bürger folgten am Donnerstagabend der Einladung ihres Bürgermeisters Herr Timm zur Bürgerversammlung „Auf dem Saale“ in Dreitzsch. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Vorstellung der geplanten Maßnahmen zum Hochwasserschutz in der Gemeinde.

Auftraggeber des Projekts ist der Gewässerunterhaltungsverband Obere Saale/Orla, während die planerische Ausarbeitung durch die Ingenieurgesellschaft Köhler aus Bad Steben erfolgt. Die Finanzierung wird durch Fördermittel des Freistaats Thüringen, des Bundes sowie der Europäischen Union im Rahmen des EFRE-Programms sichergestellt. Die Gemeinde Dreitzsch beteiligt sich mit einem Eigenanteil von 20 Prozent an den Gesamtkosten.

Im Zuge der Planung wurden mehrere Varianten zum Hochwasserschutz geprüft. Neben der nun favorisierten Lösung standen auch der Bau eines Hochwasserrückhaltebeckens an der Orla oberhalb der Ortslage Dreitzsch sowie ein mobiler Hochwasserschutz zur Diskussion. Beide Alternativen wurden jedoch verworfen: Das Rückhaltebecken erwies sich als unwirtschaftlich, da die Kosten in keinem angemessenen Verhältnis zum Nutzen standen. Der mobile Hochwasserschutz hingegen scheiterte an technischen Rahmenbedingungen, insbesondere an der zu kurzen Vorwarnzeit, die einen rechtzeitigen Aufbau nicht gewährleisten würde.

Die nun vorgestellte Vorzugsvariante sieht eine Umsetzung in mehreren Bauabschnitten vor, die schrittweise von unterhalb der Ortslage in Richtung Oberlauf realisiert werden sollen. Zunächst ist eine Renaturierung der Orla unterhalb von Dreitzsch geplant. In diesem Bereich soll der Fluss durch sogenannte Orlaschleifen verlängert werden, unter anderem im Bereich des Sportplatzes, um die Abführung des Wassers im Hochwasserfall zu gewährleisten und zusätzliche Rückhalteräume zu schaffen.

Im zweiten Bauabschnitt folgt der Ausbau des Bereichs am Anger. Der dritte Abschnitt umfasst schließlich den Bereich zwischen der Kreisstraßenbrücke und der Mündung des Lausnitzbachs sowie Maßnahmen am Lausnitzbach selbst.

Ein zentrales Element aller Bauabschnitte ist die Berücksichtigung der Binnenentwässerung. Um Rückstau in die Entwässerungssysteme zu vermeiden, sind Anpassungen an bestehenden Ver- und Entsorgungsleitungen erforderlich. Diese Maßnahmen sollen sicherstellen, dass auch bei Hochwasserereignissen eine funktionierende Entwässerung gewährleistet bleibt.

Die vorgestellten Planungen stießen auf großes Interesse bei den Anwesenden und wurden im Anschluss intensiv diskutiert. Die Bürgerversammlung bot damit eine wichtige Plattform für Information und Austausch zwischen Planern, Verantwortlichen und der Bevölkerung.

Den aktuellen Planungsstand finden Sie auf der Seite Bekanntmachungen